Der Einrichtungsstil Contemporary übersetzt sich ins Deutsche als zeitgenössisch oder modern, und dies ist auch die Hauptcharakteristik dieses Stiles. Kein anderer Stil ist mehr Wandel unterworfen und wird so stark von aktuellen Trends und Designpraktiken beeinflusst. Die aktuelle Contemporary-Ästhetik ist eine Gratwanderung zwischen modernem Design und Minimalismus. Dabei ist eine klare Unterscheidung zwischen modern und trendy besonders wichtig. Contemporary Design ist zwar in seinem Kern schnelllebiger als andere Einrichtungsstile, setzt aber auf langlebige Trends, die übergehen ins Alltagsdesign. Als Beispiel der hier schon genannte Minimalismus, der uns seit den 2010er-Jahren begleitet, aber im Contemporary Design ausgeschmückt wird mit aktuelleren Elementen.
Rückblick
Um einen Einrichtungsstil besser zu verstehen, lohnt sich ein Blick in die Vergangenheit auf die Entstehungsgeschichte des jeweiligen Stils. Contemporary wurde in den 70er-Jahren geboren, als Art Gegebenbewegung zu Mid Century Modern. Damals noch ein bunter Mix aus postmodern, modern und Art Deco hat sich nach und nach der Begriff Contemporary etabliert und bezeichnet seither den sich ständigen wandelnden Stil, der aber nach wie vor einige Schlüsselelemente hat.
Aktuelle Einflüsse
Aktuell bewegt sich Contemporary also irgendwo zwischen Minimalismus und modern. Aber was genau heißt das? Was genau ist modern und wie schaffe ich es, modern von trendy zu unterscheiden? Hierzu kannst du gerne diesen Artikel lesen.
Für unser aktuelles Thema Contemporary bedeutet das schnell zusammengefasst:
- klare Linien und einfache Formen
- Betonte Funktionalität
- Mischung aus verschiedenen Stilen
- Verwendung von neutralen Farben, aber gerne versetzt mit farbigen Akzenten
- Struktur durch Textilien und Texturen
- Minimalistische Dekorationen
- Betonung auf Raum und Licht
Klare Linien und einfache Formen
Die Hauptakteure in diesem Stil bleiben in ihren Linien und Formen klar, einfach und fast schon elegant. Das ist auch eins der Schlüsselelemente des Contemporary Stils von Anfang an. So schafft man einen fast schon neutralen Hintergrund, der sich für viele verschiedene Stilelemente nutzen lässt. So kann man durch Dekoration und Farbwahl modern bleiben, aber muss nicht die “großen” Anschaffungen wie Sofas, Betten und Schränke neu kaufen in einem Stil, der geprägt ist von Wandel.
Auf Schnörkel und Elementen, die eine zeitliche Zuordnung leicht machen, wird bewusst verzichtet. Hier einige Beispiele für Möbelstücke:


Betonte Funktionalität
Funktionalität ist im Contemporary Design wichtig und folgt dem Design Motto “form follows function”, allerdings nicht so strikt wie im Bauhaus Stil.
Hier ist Funktionalität im Hinblick auf schnörkellos und minimalistisch wichtig. Bequemlichkeit spielt allerdings auch eine Rolle. Möbelstücke im Contemporary Design dürfen einladend, bequem und farbig sein. Hier einige Beispiele für funktionale Contemporary Stücke:
Mischung aus verschiedenen Stilen
Kein Raum, der sich Contemporary nennt, wird einem anderen zum Verwechseln ähnlich sehen. Da jeder Contemporary anders interpretieren und von anderen Stilen borgen kann. Die Schlüsselelemente als solche lassen einen Rückschluss ziehen, aber jeder kann die Ausgestaltung dessen ganz anders interpretieren. Genau diese vielfältigen Möglichkeiten machen diesen Stil schwer fassbar, aber auch sehr interessant.
Verwendung von neutralen Farben gepaart mit farbigen Akzenten
Ein weiteres Schlüsselelement des Contemporary Designs ist die Verwendung von neutralen Farben. Das geht Hand in Hand mit den vorherig erwähnten klaren Linien und einfachen Formen. Wir schaffen einen neutralen, schwer zuordenbaren Hintergrund, vor dem wir uns mit farbigen Akzenten und Dekorationselementen austoben können. Diese sind auch viel einfacher und günstiger auszutauschen.
Neutrale Farben sollte uns aber auch hier nicht täuschen. In der Regel sind die verwendeten Farben Beige, weiß, schwarz und grau allerdings kann je nach Interpretation mein persönliches neutral auch ein Cyan Blau sein, dass ich als “neutrale” Farbe verwende.
Struktur durch Textilien und Texturen
Bis hierher klingt der Stil eher etwas kühl und reduziert. Um Wärme in die Räume zu bringen, wird mit Struktur durch Textilien und verschiedenen Texturen gearbeitet. Textilien können in Form von Kissen, Vorhängen, Teppichen oder Möbelbezügen eingesetzt werden. Die Auswahl an Materialien und Mustern ist nahezu unbegrenzt von Leder in jeglicher Körnung über Strick bis hin zu Samt, um nur einige Beispiele zu nennen. Texturen können durch die Verwendung durch Materialien wie Holz, Stein oder Metall genutzt werden. Die Verwendung verschiedener Texturen machen den Raum visuell und haptisch interessant, so entsteht ein einladendes und vielfältiges Raumgefühl
Minimalistische Dekoration
Im Contemporary Einrichtungsstil spielt minimalistische Dekoration eine wesentliche Rolle. Die Auswahl der Dekorationsgegenstände ist sehr bewusst und wirkt nicht überladen. Der Fokus liegt mehr auf der Qualität der Gegenstände. Diese bestechen oft durch klare Linien und Formen. Durch die minimalistische Dekoration rückt die Einrichtung mehr in den Fokus. So haben die einzelnen Möbelstücke mehr Einfluss auf die Gesamtwirkung des Raumes.
“Achtung”
Reduzierte und minimalistische Dekoration bedeutet nicht, dass der Raum steril und kalt wirkt. Durch die gezielte Platzierung und einer gelungenen Kombination aus Texturen und Farben kann eine einladende Atmosphäre geschaffen werden.
Ebenso ist Platz für persönliche Erinnerungsstücke, Pflanzen und Bücher, die geschickt platziert den nötigen persönlichen Touch verleihen.
Betonung auf Raum und Licht
Raum und Licht spielen eine wesentliche Rolle. In Einrichtungsstilen, die minimalistisch gehalten sind und sich in Zurückhaltung üben, wird der Raum drumherum umso wichtiger. Je minimalistischer die Einrichtung, desto wichtiger wird jeder andere Faktor. Es gibt wenig, das “ablenkt”.
Aus diesem Grund ist in der modernen Einrichtung die Raumkonzeption offen und einladend. Große Fenster und Glastüren maximieren den Lichteinfall. Dort, wo es nicht möglich ist, sich natürlicher Lichtquellen zu bedienen, wird mit Spiegeln und Lampen ausgeholfen.
Was die Lichtquellen angeht, dürfen gerne viele verschiedene Arten von Lampen verwendet werden, um jeden Bereich des Raumes auszuleuchten. Dies ist besonders wichtig in sehr offenen Raumkonzepten, die es visuell zu unterteilen gilt.


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